Ein Bild von einem Mann! Franz von der Trenck, der Pandurenobrist, hält jedes Jahr am dritten Wochenende im Juli Hof in Spiegelau. Leider kein feiner Charakter. Der Schurke verlangt nämlich vom Bürgermeister die Übergabe des Ortes, raubt die Gemeindekasse und macht sich auf und davon.
Hintergrund: Während des östereichischen Erbfolgekriegs Mitte des 18. Jahrhunderts schickte die Kaiserin Maria Theresia ihre Panduren als Vorhut nach Bayern, um Städte und Orte zu plündern. Dabei sind die Freischärler auch in Spiegelau vorbeigekommen, selbst wenn bei den Glasmachern damals nicht viel zu holen war.
Das historische Spektakel beim Pandurenfest erinnert an die Bedrohung. Schauspieler und Reiter kassieren jedes Jahr das Säckel des Bürgermeisters. Und dann wird kräftig gefeiert.
Zum Geschichtlichen Hintergrund
Pandurenobrist Franziskus Freiherr von der Treck führte eine beutegierige Truppe von Söldnern im österreichischen Erbfolgekrieg, der um das Jahr 1742 seinen brutalen Höhepunkt fand.
Von der Trenck sollte die regulären Einheiten der kaiserlichen und königlichen Truppen Österreichs unterstützen. Er tat dies auf manch grausame Weise. Die Burgen Weißenstein bei Regen und Dießenstein im Grafenauer Land wurden geschleift, Menschen gemeuchelt, Hab und Gut der armseligen Waldbauern und Glasmacher erbarmungslos geplündert.
Von der Trenck kämpfte aber vor allem für seine heißgeliebte Kaiserin Maria Theresia, der er mit seinem persönlichen Einsatz und dem seiner Soldaten den Kaiserthron rettete.
Pandurenbier, Pandurenbraten, der Pandurensteig. Vieles erinnert heute an diesen Abschnitt in der Geschichte des Bayerischen Waldes.
Unser Pandurenfest dient jedoch nicht dazu Gewalt und Krieg zu verherrlichen, sondern die Geschichte zu betrachten, aus der Geschichte zu lernen und das gemeinsam Erlernte alljährlich am dritten Juliwochenende fröhlich zu feiern.